12.10.2016 | Die Staatsregierung fährt beim ÖPNV-Ausbau nur auf Sicht

Vorstellung Studie: „Verkehrskonzepte für München“

© Michael Piazolo fordert eine Ringbahn und weitere Investitionen im Münchner Nahverkehr (Foto: Regina Weidinger)

Die angespannte Lage, die in München mittlerweile fast sämtliche Verkehrsströme und -arten betrifft, wird auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, ein zentrales Thema für die Bevölkerung in der Landeshauptstadt wie auch im Umland sein. Die voraussichtlich auf die nächsten Jahre unverändert oder gar weiter zunehmend kritische Wohnraumlage trägt dazu einen erheblichen Anteil bei. Denn insbesondere der Zuzug von Arbeitnehmern, der Ausbau von Unternehmensstandorten, aber auch die Neuansiedlung werden die Bevölkerungszahl selbst und auch die Pendlerströme in der Metropolregion weiter stark anwachsen lassen.

Der Münchner Landtagsabgeordnete und Freie Wähler Stadtvorsitzende Prof. Dr. Michael Piazolo wirft deshalb besonders der Bayerischen Staatsregierung „durch ihre einseitige Fokussierung auf den zweiten Stammstreckentunnel erhebliche Kurzsichtigkeit bei der Planung der Verkehrsinfrastruktur für die Metropolregion München“ vor.

„Um München und sein Einzugsgebiet verkehrstechnisch fit für die nächsten Jahrzehnte zu machen“, so Piazolo, „ist es heute schon nötig vorausschauend weiter zu planen. Eine in meinem Auftrag erstellte Studie zur Entwicklung eines S-Bahnrings in München zeigt, dass es schon jetzt städtische Entwicklungsbereiche gibt, die dringend eine bessere Anbindung an den ÖPNV brauchen.“

Kern der Studie ist ein S-Bahnring (vgl. Präsentation der Studie mit Abbildungen und Studie Herzog, Atabay – Perspektiven für den Schienenverkehr im Großraum München), der unter Ausnutzung möglichst viel bereits vorhandener Infrastruktur eine wesentliche Verlagerung von Personenverkehr vom Mittleren Ring in München auf die Schiene ermöglicht.

Piazolo weiter: „Ich will mit diesem Konzeptvorschlag heute intensiv in eine Debatte dazu einsteigen, damit wir in 10 bis 15 Jahren tatsächlich Problemlösungen bekommen. Mit weiterführenden Planungen abzuwarten bis ein zweiter Stammstreckentunnel fertig gebaut ist, halte ich dagegen seitens der Bayerischen Staatsregierung planungstechnisch für Fahren auf Sicht.“

 

Hier finden Sie die Studie und die Präsention:


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