27.07.2017 | Gleichgewicht zwischen öffentlich-rechtlichem und privatem Rundfunk erhalten

PULS statt BR-Klassik auf UKW? Piazolo startet Petition

© BR-Klassik wird ab 2018 auf UKW von BR PULS ersetzt

Der Bayerische Rundfunk will seine Jugendwelle „PULS“ künftig auf den bisherigen UKW-Frequenzen von „BR Klassik“ ausstrahlen und hat dafür heute Unterstützung vom Oberlandesgericht München erhalten. Dieses wies eine Klage der Privatradios gegen den Wechsel zurück. Für Prof. Dr. Michael Piazolo, medienpolitischer Sprecher der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion, ist auch nach dem Urteil kein Rechtsfrieden in Sicht – der Streit gehe lediglich „in die nächste Runde“.

„Diese Situation mutet schon paradox an: Auf der einen Seite will der Bayerische Rundfunk Digitalradio im Sendestandard DAB+ weiter ausbauen und fördern. Auf der anderen Seite erachtet Intendant Ulrich Wilhelm ausgerechnet einen Frequenztausch auf UKW als unumgänglich, um „PULS“ an seine Hörerinnen und Hörer zu bringen. Dabei hört gerade die jüngere Generation Radio mehrheitlich übers Internet oder ist bereits im Besitz eines digitalen Empfangsgerätes“, moniert Piazolo. Aus medienpolitischer Sicht sei die Verlagerung von PULS auf UKW daher wenig sinnvoll – insbesondere in Anbetracht der fortschreitenden Digitalisierung und dem beschleunigten Zusammenwachsen von Fernsehen, Radio, Internet und Telekommunikation.

Piazolo verweist darauf, dass die Hörerinnen und Hörer von BR-Klassik Verlierer dieses Vorstoßes des BR seien: „Meist handelt es sich hier um Hörer, die der älteren Generation angehören und nach wie vor kein digitales Empfangsgerät besitzen.“ Rund drei Viertel der deutschen Bevölkerung (74, 3 Prozent) empfange Hörfunk nach wie vor über UKW. Hier falle der Anteil bei der Gruppe der über Fünfzigjährigen am höchsten aus, das zeige der Digitalisierungsbericht 2016. „Letztlich wirkt sich der Verlust von BR-Klassik im UKW-Bereich negativ auf den Grundsatz der Programmvielfalt aus“, resümiert Piazolo.

Seine Sorge gelte nun der Zukunft der Privatradios in Bayern: Sie dürften durch „PULS“ als möglichem neuen Wettbewerber vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht keine Benachteiligung erfahren. „Egal wie der Bundesgerichtshof im Revisionsverfahren entscheidet: Es muss politische Priorität haben, das Gleichgewicht zwischen öffentlich-rechtlichem und privatem Rundfunk zu erhalten – denn das zeichnet das deutsche Mediensystem aus“, erklärt Piazolo.

Hinweis: Eine Petition, die sich für diese Ziele starkmacht, kann HIER im Internet gezeichnet werden.


Alle aktuellen Meldungen