29.11.2017 | Piazolo: „Beuteboxen“ erst ab Mindestalter von 18 Jahren

FREIE WÄHLER wollen Jugendschutz bei Computerspielen ausweiten

© FREIE WÄHLER setzen sich gegen kostenpflichtiges Glücksspiel in Computerspielen ein

München. In der Computerspiele-Industrie verstärkt sich aktuell ein Trend, bei dem spielwesentliche Inhalte über sogenannte Beuteboxen (englisch: „loot boxes“) als kostenpflichtige Extras angeboten werden. Wer als Computerspieler diese zumeist per Mikrotransaktionen abgewickelten Zusatzkäufe nicht mitmacht, kommt im weiteren Verlauf eines solchen Spiels schnell nicht mehr weiter oder bleibt im Spielerfolg deutlich hinter den Mitspielern zurück, die bereit sind, zusätzliches Geld zu investieren.

Die FREIEN WÄHLER fordern eine strengere Regulierung durch den Gesetzgeber sowie eine intensivere Aufsicht durch Organisationen zum Jugendschutz. Dazu der medienpolitische Fraktionssprecher Prof. Dr. Michael Piazolo: „Für uns FREIE WÄHLER gehören solche ‘Beuteboxen’ gegen Geld eindeutig zum Bereich Glücksspiel. Deshalb fordern wir eine Änderung des Jugendschutzgesetzes sowie die Ergänzung der Vorgaben der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) und der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM).“

Künftig sollen nach den Vorstellungen der FREIEN WÄHLER Computerspiele, die derartige „Beuteboxen“ oder vergleichbare Inhalte gegen Geld anbieten, erst ab einem Mindestalter von 18 Jahren zu kaufen sein. „Gerade Kinder und Jugendliche werden durch solche Spielelemente einem starken emotionalen Druck ausgesetzt“, so Piazolo. Obwohl sie das jeweilige Spiel längst gekauft haben, sollen und müssen sie oft zusätzliches Geld investieren, um weitere wesentliche Spielelemente – per Zufall oder Los – zu erwerben.“ Dies widerspreche nach Ansicht der FREIEN WÄHLER allen Vorstellungen zum Schutz der Jugend vor Glücksspiel und fördere vielmehr bereits in jungen Jahren die Glücksspielsucht.

Besonders befeuert hat diese Debatte das kürzlich erschienene Spiel „Star Wars: Battlefront 2“, bei dem zwar die weltweiten Proteste von Spielern zu einer kurzfristigen Herausnahme dieser kostenpflichtigen Zusatzelemente in der Erstverkaufsversion geführt hatten. Jedoch hat der Hersteller Electronic Arts bereits angekündigt, dass ein solches System nach Anpassungen nachträglich ergänzt und aktiviert werden soll. „Dem wollen wir FREIEN WÄHLER einen Riegel vorschieben – zumindest bei Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr“, erklärt Piazolo.

Weitere aktuelle Topspiele mit vergleichbaren Mechanismen sind: Fifa 18, Call of Duty WW2, Assassin’s Creed Origins, Destiny 2, Mittelerde: Schatten des Kriegs, Need for Speed Payback oder Forza 7.

Hinweis: Die entsprechende Landtagsdebatte kann live oder nachträglich im Archiv angeschaut werden: https://www.bayern.landtag.de/aktuelles/sitzungen/web-tv/. Wir rechnen mit der Debatte zu dem entsprechenden Top 5 Nr.3 gegen 16:00 Uhr.


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