07 März
2014

Europa

Sorge um Bayerns Verhältnis zu den USA

Am Maidan in Kiew sind in den vergangenen Tagen viele Menschen im Kampf um die Freiheit ihres Landes umgekommen. Die ukrainische Krim wird unterdessen von russischen Soldaten besetzt. Trotz dieser beunruhigenden Entwicklung und internationaler Proteste sowie Sanktionen gegen die russische Regierung äußerte der stellvertretende CSU-Parteivorsitzende Peter Gauweiler am vergangenen Mittwoch in seiner Rede beim Politischen Aschermittwoch in Passau Verständnis für Wladimir Putin. Gauweiler begrüßte ostentativ den russischen Generalkonsul – und nicht dessen Amtskollegen aus den USA.

Ich kann diese Position der CSU nicht nachvollziehen. Alle Welt schaut mit großer Besorgnis auf die Ereignisse auf der Krim und der stellvertretende CSU-Vorsitzende beschönigt einen klaren Bruch Russlands mit dem Völkerrecht. Seit dem Versuch der Bayerischen Staatsregierung vor zwei Jahren, das Amerika-Haus in München zu schließen, mache ich mir schon ernsthafte Sorgen um den außenpolitischen Sachverstand der CSU. Bei allem Verständnis für die Gepflogenheiten des Politischen Aschermittwochs sei die CSU-Parteiführung weit über das Ziel hinausgeschossen. Ich erwarte eine sofortige Klarstellung durch Ministerpräsident Seehofer, damit nicht noch mehr außenpolitisches Porzellan zerschlagen werde. Franz Josef Strauß – zu Lebzeiten selbst ein erklärter Freund der USA – wird angesichts solch unsicherer Kantonisten mit wenig Wohlgefallen auf seine Epigonen im Amt herunterschauen.

Wir FREIEN WÄHLER fordern den CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer auf, sich beim amerikanischen Generalkonsul für die Vorgänge beim Politischen Aschermittwoch zu entschuldigen. Ich werde jedenfalls mit einer parlamentarischen Anfrage an die Bayerische Staatsregierung aufzuklären versuchen, wie es um das Bayerisch-Amerikanische Verhältnis bestellt ist und welche Konsequenzen für die Zukunft aussolch einem Auftritt zu ziehen sind.

Zum Nachlesen:

Parlamentarische Anfrage zum bayerisch-amerikanischen Verhältnis  – 2014-03-07 Schriftliche Anfrage-Krim-Krise-PI

19 November
2013

Steuerzahler und Mieter müssen für Politik der Staatsregierung bluten

Wir haben der Bayerischen Staatsregierung und Finanzminister Söder nie geglaubt, dass der Verkauf der GBW-Wohnungen an private Investoren zwingend nötig war. Aktuelle Recherchen des Bayerischen Rundfunk bestätigen nun deutlich, dass unser Misstrauen begründet war.

Die Staatsregierung ist nun aufgefordert, endlich ihre wahren Motive für den einseitigen Verkauf der GBW-Wohnungen an den Wohnungskonzern Patrizia offen zu legen und zumindest nachträglich noch für die Mieter zu handeln.

Lügen haben bekanntlich kurze Beine. Die Darstellungen der Bayerischen Staatsregierung zum Verkauf der GBW-Wohnungen haben besonders kurze Beine. Sowohl das bayerische Parlament als auch das bayerische Volk und besonders die GBW-Mieter im Freistaat haben ein Recht darauf, endlich ehrlich durch die Staatsregierung informiert zu werden. Dass nun zumindest in München überlegt wird, wenigstens einen Teil, der an die Patrizia verkauften Wohnungen, durch stadteigene Wohnungsgesellschaften zurück zu erwerben, begrüße ich ausdrücklich.

Der Münchner Rückkauf von GBW-Wohnungen zu deutlich höheren Preisen löst jedoch nur einen kleinen Teil des Gesamtproblems. Vielen Mietern drohen nun trotz aller vollmundigen Zusagen und einer Sozialcharta drastische Mietpreissteigerungen oder es werden besonders in guten Wohnlagen sogar Eigentumswohnungen aus den GBW-Objekten gebildet. Die Mieter bleiben auf der Strecke.

Mit ihrer Politik beim Verkauf der GBW-Wohnungen hat die Staatsregierung maximal zum Profit des Wohnungskonzerns Patrizia beigetragen. Darunter leiden direkt die Mieter. Dafür bluten müssen einmal mehr alle Steuerzahler, wenn nun in einer Art ‚sozialem Ringgeschäft‘ zumindest ein Teil dieser Wohnungen von Kommunen oder gar dem Freistaat wieder teuer zurückgekauft werden. In der Summe ist das eine Politik nicht zum Wohl des bayerischen Volkes sondern zu seinem maximalen Schaden. Eine verantwortliche und ehrliche Politik sieht anders aus.

Tags: EU, GBW, Miete, München, Patrizia | Teilen auf