14 November
2013

Nach dem Olympiaentscheid: Hände nicht in den Schoß legen, sondern wichtige Projekte gemeinsam vorantreiben

Über das Für und Wider der Olympischen Spiele in München wird auch weiterhin leidenschaftlich gestritten. Klar ist: Die Mehrheit der Bürger hat in allen Bürgerentscheiden Olympia 2022 in München und den Partnergemeinden abgelehnt und damit ein deutliches Zeichen gesetzt, das es zu respektieren gilt. Die Rolle des IOC, der einseitige gestaltete Host-City-Vertrag, die massiven Eingriffe im Austragungsort der olympischen Winterspiele 2014, die Angst der Menschen für den Profit einiger weniger mit den eigenen Steuergeldern gerade stehen zu müssen und das Misstrauen gegen die Maxime „Schneller, höher, weiter“ waren wichtige Beweggründe für die Ablehnung. Die Menschen sorgen sich um Ihre Heimat und diese Sorgen sollten wir ernst nehmen.

Bei aller berechtigter Kritik stimmen zwei Dinge dennoch sehr nachdenklich:

1. Die eigentliche Olympische Idee rückt in der immer noch andauernden Diskussion leider in den Hintergrund. Olympia ist zwar immer auch ein Politikum, zugleich sind die Spiele aber auch mit universellen Werten verbunden, die die Menschen und die Völkerverständigung zum Maßstab haben. Die olympischen Ringe und der olympische Friede sind nicht nur ein Feigenblatt, sondern stehen als Symbole für Werte, die weltweit respektiert werden sollten. Diese gilt es gemeinsam zu bewahren. Auch das IOC sollte sich wieder mehr daran orientieren.

2. Leistungssportler, Sportjugend und die zahlreichen Wintersportverbände hätten von den Olympischen Spielen im eigenen Land durchaus profitiert. Durch die Ablehnung der Spiele fehlt dem deutschen Wintersport nun ein wichtiger Impuls.

Die Förderung von Spitzen- wie Breitensports darf daher keinesfalls vernachlässigt werden, sondern muss weiterhin oben auf der Agenda stehen.

Klar ist auch: Ohne Olympia besteht die Gefahr, dass dringend notwendige Infrastruktur- und Wohnbauprojekte in München und Garmisch-Partenkirchen weiter nach hinten verschoben oder gar ausgesetzt werden.

Jetzt gilt es, in einer gemeinsamen Anstrengung mit den Bürgern, wichtige und mehrheitsfähige Projekte auch ohne den olympischen Rückenwind voranzutreiben. Bund, Freistaat und Landeshauptstadt München sind weiter in der Pflicht.