18 Oktober
2014

Medien, München

Die neue SZ – Tolle Tomate

So schaut sie also aus – die neue SZ: bunt bebildert, lebendiger! Sie will scheints anmachen, dem Horsti sein Leib- und Magenblatt. Und gleich rechts oben, ganz unaufdringlich legen die SZ-Macher offen, wie man den Relaunch verstehen soll. „Tolle Tomate.

Optisch ist sie wieder gut in Form. Jetzt arbeiten Forscher sogar am Geschmack“ heißt es da. Eine Zeitung mit Geschmack?! Da frage ich mich doch sogleich, ob sie das wortwörtlich oder nur im übertragenen Sinn meinen. Gerade wo der Herr Ministerpräsident diese Woche im Landtagsplenum Bayerns auflagenstärkstes Blatt öffentlich wegen einer „Geschmacklosigkeit“ gerügt hat. Haben die es doch glatt gewagt, seinen Politikstil als wankelmütig und von Taktik geprägt zu beschreiben. Ich hoffe mal, die neuen „Geschmackforscher“ für die SZ kommen nicht aus der CSU-Zentrale an der Nymphenburgerstraße.

Doch halt! Nicht vergessen, das dazugehörige Bild genauer unter die Lupe zu nehmen. Da sieht man drei Tomaten: im Hintergrund eine verschrumpelte – wahrscheinlich die alte SZ – und vorne eine dicke, glänzende rote und eine kleinere gelbe, die sich eng an die große Schwester schmiegt. Eine verschämte Reminiszenz an alte sozial-liberale Koalitionen? Retro-Politik im neuen Gewand? Eine Sorge macht sich bei mir breit: Wo bleiben bei alledem die Freien Wähler, die aufstrebende Kraft in Bayern? Naja, wenn man rot und gelb richtig mischt, dann kommt orange heraus, die Farbe der FW! Da kann man feststellen: Bravo SZ!

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